Die Frigebs Franks Krebs Man muss wirklich auf alles selber achten. Bei der Entlassung von M7 hat man vergessen, mir die benötigten Medikamente und die Medikamentationsliste zu geben. Das wird jetzt nachgeholt, aber erst, als wir danach fragen. Ich merke mir wieder: Alles im Blick behalten! Beim Arztgespräch schläft man noch halb. Die Chemos bewirken auch, dass das Kurzzeitgedächtnis fast völlig ausfällt. Ergo kann man gar nicht behalten, was die Ärzte einem so erzählen. Warum sie es aber dennoch so tun, weiß man nicht. Sie ihrerseits kennen doch das Problem. Lösen könnten sie es durch schriftliche Sachen: Medikamentationsliste, Termine etc. Aber nein, es geht wohl nur mündlich. Die einzige Hilfe ist, bei den wichtigen Terminen jemanden mitzunehmen, der mitschreibt oder wenigstens aufpasst. Oft bin ich mit Sarah und Anna dort hineingegangen, einmal sogar zusätzlich mit Martin, dem Mann von Sarah. Und siehe da, er hatte Infos mitbekommen, die wir alle schon wieder vergessen hatten und konnte Fragen stellen, die wir nicht hatten. Sprich: Die Türken-Mentalität, mit der ganzen Familie aufzutauchen, ist super-klug! Der falsche Stolz, alles alleine zu packen, ist dämlich. Im Krankenhaus zur Voruntersuchung Alle Voruntersuchungen sind abgeschlossen: Lungenfunktionstest, EKG, Leistungs-EKG, Sonar des Bauchraums, CT von der Lunge und dem Bauchraum. Man ist gründlich. Aber alles klar. Die erste Phase Chemo kann beginnen. Von mittags bis 21.30 läuft das Gift nach dem CHOP-Schema. Dazu gehört noch das Wundermittel Rituzimab, das wird aber nicht stationär gegeben, denn stationär kann das Krankenhaus täglich nur einen Satz um die 600 Euro abrechnen, das Zeugs kostet aber locker einen Tausender mehr! Aber es klappt sehr gut. Ich fühle mich fit und werde nach vier Tagen Eingewöhnung in die Chemo wieder entlassen. Als nun ambulanter Chemopatient müssen jetzt langsam die letzten Reste der Wohnung, in denen Pilzsporen oder sonstige ansteckende Amöben oder Bazillen herumlungern könnten, desinfiziert werden, dabei übertreibt es Anna aus meiner Sicht ein bisschen. Außer dem Lärm, der heruntergekommenen Station (wurde später leicht renoviert), dem schlechten Abendbrot (trockenes, altes Brot) missfiel mir sehr, wie oft das Personal wechselte und wie wenig es informiert war, die Oberpfleger und Oberschwestern schickten wohl ständig nur die Schüler und Helfer zu den Patienten. Sehr gut gefiel mir die Stationsärztin Dr. Johannson, mit der ich mich äußerst gut über die Therapie und das auch mögliche Scheitern und den Tod danach unterhalten konnte. Tauchte auf der Abrechnung meiner Lichtgestalt auch nicht als besondere, über das normale Maß der Dinge hinausgehende Beratung auf… Am 11.6. ging es mir trotz oder vielleicht wegen der ersten Chemo viel besser. Dieser Zustand verbesserte sich in den nächsten Wochen von Tag zu Tag spürbar. Diese Chemo war offensichtlich Klasse und wirkte sofort. Trotz wieder aufflammenden Reizhusten werde ich entlassen. Nur der Lernschwester fällt auf, das der unangenehme Zentrale Venen-Katheter am Hals noch entfernt werden muss. Beinahe wäre ich damit nach Hause gefahren… Sarah nach bestandener Prüfung ist nun Ärztin Beim Abendessen