Franks Krebserkrankung Die Vorgeschichte Franks Krebs Das Mantelzelllymphom ist eine Untergruppe der B-Zell-Lymphome. Bis heute ist es leider sehr schwer heilbar, es gehört zu den "orphan deseases" und es gibt noch keine Standardtherapie. Mittels neuer Therapien kann man es nur zurückdrängen. Eine wirkliche Heilung ist nur durch eine autogene (also einer Fremdspende) Stammzellen-Transplantation möglich. Dies sollte in einer geübten Klinik durchgeführt werden, die Knochenmark-Transplantations-Klinik im UK Essen ist die weltweit zweitgrößte Klinik dieser Art. Die Ursprungszellen dieses aggressiven B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphoms, auch zentrozytisches Lymphom genannt, stammen aus einer Region, die mantelförmig die Follikelzentren der Lymphknoten umgibt. Die geschädigten B-Zellen dringen schnell in andere Lymphknoten und Organe, wie Milz und Leber ein. Häufig breiten sich die Mantelzellen auch im Knochenmark aus, oft an mehreren Stellen gleichzeitig. Dort stören sie unter anderem die Bildung der Blutzellen. Es kommt zur Verringerung der Anzahl und Qualität der B-Leukozyten und damit zur Abwehrschwäche. Das Mantelzell-Lymphom kommt typischerweise im höheren Lebensalter vor. Statistisch betrachtet erkranken jährlich nur etwa 3 von 100.000 Menschen. Mit zunehmendem Alter steigt also das Risiko, wobei das mittlere Erkrankungsalter bei 65 bis 70 Jahren liegt. Männer erkranken sind etwa dreimal so häufig wie Frauen. Geschwollene Lymphknoten, Müdigkeit, Infekte, ständig geschwollene Lymphknoten und häufige Infekte können für das Mantelzell-Lymphom - und überhaupt für Lymphome - kennzeichnend sein. Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten (Chemos) und Bestrahlung. Die Erkrankung muß sofort behandelt werden, weil sie schnell voranschreitet. In den frühen Stadien I und II kann häufig ein günstiger Verlauf erzielt werden. (Ich habe Stadium IV mit zusätzlichen Symptomen). In fortgeschrittenen Stadien ist meist keine Heilung möglich. Da die MCL so selten ist, gibt es in Deutschland auch nur wenige klinische Zentren für MCL. Es braucht aber viel Erfahrung, weil sich fast jedes MCL eigenständig verhält, man unterscheidet zurzeit drei Unterarten, die je eine besondere Behandlung benötigt. Welche, versucht man gerade in der europäischen Mantelzellstudie unter Führung des Münchner Kompetenzzentrums zu erkunden. Zu mir: Ich war im kritischen Stadium IV, bereits mit deutlichen Warnsignalen, wie nächtliche Schweißausbrüche. Die Studie (den härteren Teil für die jüngeren Betroffenen) habe ich mitgemacht, leider erfolglos, nun bleibt mir nur die Stammzellentransplantation. Dazu wurde die MCL vorher soweit möglich zurückgedrängt. Eigentlich wollte ich beim Europäischen Gerichtshof klagen, mit dem 65. Geburtstag in diesem Jahr nicht "in Rente" gehen zu müssen. Aber im letzten Jahr schon wurde ich zunehmend schlaffer, 2008 war ich oft krank. Jetzt kämpfe ich gegen meinen Lymphomkrebs (MCL), dabei tritt alles andere leider und völlig ungewollt weit in den Hintergrund. Die mit dem MCL einhergehende Abwehrschwäche führt zur zwangsläufigen Isolation, das nervt sehr. Im Mai 2009 wurde bei mir ein Mantelzell-Lymphom (MCL) diagnostiziert, "das wünsche ich nicht meinem ärgsten Feind" sagte meine Ärztin noch, dann begann ein mittlerweile einjähriger Kampf gegen den Feind in meinem Bauch, bei äußerlich eher gesunden Aussehen war ich über Nacht zum Todeskandidaten geworden. Dieser Kampf und das wahre Gesicht unserer Gesundheitsmaschine, die eher krank macht, stehen im Mittelpunkt dieses Blogs. Über den zentralen Venenkatheter wird die Chemie eingeflöst, oft ambulant, manchmal, wenn´s brenzlig wird, auch im Krankenhaus Anna schneidet mir Anfang Juni 09 die Haare ab, die aufgrund der Chemos ausfallen